Notruf

Der erste Notruf für vergewaltigte Frauen wurde 1977 im Frauenzentrum gegründet.
Vorangegangen waren Recherchen von Cristina Perincioli für zwei Rundfunkfeatures im SFB. Auf Anzeigen im Stadtmagazin hatten sich bei ihr Frauen gemeldet, die vergewaltigt worden waren und ihre Geschichte erzählen und öffentlich machen wollten. So bekam sie einen Überblick über das Vorgehen der Täter und die Behandung durch die Polizei. Dann besuchte sie Strafprozesse, über die sie ebefalls berichtete. Daraus ergaben sich zwei 60 Minuten Features – eine Wissensbasis.

Wie in anderen Projekten des Frauenzentrums auch (ffgz, Frauenhaus, Mediengruppe etc.) entwickelten die Frauen ihre Pläne nicht auf Grund von Theorien, Bücher- und Seminarwissen, sondern recherchierten diese tabuisierten Themen jeweils zuerst selbst an der Basis.

Das Transkript der Sendungen vom 22.5.1977 teilt sich auf in folgende Abschnitte:

1. Warum vergewaltigen Männer?

2. Wie können sich Frauen dagegen wehren?

3. Wieweit bestimmt die Gefahr einer Vergewaltigung ein Frauenleben?

4. Wie es Frauen ergeht, die eine Vergewaltigung anzeigen

5. Die Gruppe Frauen gegen Vergewaltigung

 

BILD und BZ fanden das Thema so „sensationell“, dass beide die Sendung ankündigten:
Eine Frau klagt an!

 

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Comic von Cillie Rentmeister auf der Broschüre Gewalt gegen Frauen vom Frauenzentrums 1976

Zu Beginn des Notrufs gab es zum Thema nur die unten genannten Texte und den Aufsatz von Susan Griffin Die Politik der Vergewaltigung, den das Frauenzentrum übersetze und 1976 in der Broschüre Gewalt gegen Frauen vertrieb.
Against Our Will, Susan Brownmiller, Simon&Schuster, N.Y. 1975
The Politics of Rape, Diana Russel, Stein&Day, N.Y.
Vergewaltigung, Rolf Butzmühlen, Polit-Buchvertrieb
Vergewaltigung, Emily Durant, Quemada-Verlag 1976
Ratschläge zum Verhalten nach einer Vergewaltigung

1980 kam aus der Notruf-Gruppe der Vorschlag zu einer Gesetzesänderung
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